VISA – Bitcoin Speed

Das VISA-Netzwerk verarbeitet in der Spitze bis zu 56000 Transaktionen / sec mit einem durchschnittlichen Umfang von 0,5 kByte. Das Bitcoin-Netzwerk ist dafür ausgelegt, dass es selbst nach der Erhöhung der Blocksize auf 8MB (für Bitcoin Cash) nur rund 24 Transaktionen / sec. schafft.
Da ist also von den Entwicklern der Blockchain-Technologie noch einiges zu tun, um aufzuschließen – und es wird auch intensiv daran gearbeitet. Im Projekt Ethereum z.B. wird an der Implementierung des sogenannten Perun-Netzwerkes gearbeitet, was zu einer erheblich besseren Skalierbarkeit dieser Netzwerke führen wird.
Man kann gespannt sein, wie es weitergeht.
https://en.bitcoin.it/wiki/Scalability
https://www.perun.network/

 

 

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China schränkt DigiCoins ein

Die chinesische Zentralbank schränkt mit sofortiger Wirkung den Handel  mit Cryptowährungen (z.B. Bitcoins, Ether) in der Realwirtschaft ein. Das bedeutet konkret, dass Händler keine Cryptowährungen mehr entgegennehmen dürfen. Plattformen dürfen mit Cryptowährungen nicht mehr handeln und erst recht dürfen keine neue Token für Projekte zu deren Finanzierung (ICO’s) emittiert werden. Dadurch dürften viele Investoren, aber auch Händler und sonstige Unternehmen in arge finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wie der chinesische Cryptomarkt in den nächsten Tagen und Wochen reagieren wird, wird eine interessante Erfahrung werden.
Durch dieses radikale Verbot sind die Kurse der wichtigsten Cryptowährungen weltweit stark gefallen.

Die zwei Komponenten eines Wertpapier-Portfolios

„In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.“ (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gen_(Wirtschaft)

Es kann ein persönliches / familiäres Vermögen geben, das aus folgenden Elementen bestehen kann (die Aufzählung ist unvollständig):

  • Arbeitsvermögen (Bildung, Erfahrung, Motivation, Gesundheit)
  • Ansprüche aus gesetzlichen und privaten Rentenversicherungen
  • Zeitlich unbekannter und ungewisser Anspruch auf unbekannte Höhe von zu
    erbenden Nachlässen
  • Geschäftsbeteiligungen, Produktionsmittel
  • Patente, Lizenzen
  • Immobilien
  • Kunstgegenstände, Schmuck, Edelmetalle, Sammlungen
  • Hausrat (z.B. Mobiliar, Pkw, Telekommunikationsgeräte, Wohnungseinrichtung)
  • Wertpapiere
  • Bargeld, sonstige Forderungen

in den folgenden Überlegungen wollen wir uns nur auf den Vermögensteil der Wertpapiere konzentrieren, um dessen Anlage (Investition) es gehen soll. Die anderen Elemente werden nicht betrachtet. Aus allen Überlegungen und Berechnungen werden steuerliche Aspekte und Kosten ausgeklammert.

Die nachfolgenden Darstellungen sind aus Gründen einer besseren Verständlichkeit ein wenig vereinfacht.

Rendite und Risiko

Wertpapiere (z.B. Aktien, Fondsanteile, Anleihen, Zertifikate) werden von einem Privatanleger, der für unsere Betrachtungen nicht zu den Reichen zählen soll, in einem Depot gehalten. Alle Wertpapiere eines Depots wollen wir als Portfolio bezeichnen. Die Wertpapiere werden auch Assets (engl.: Vermögensgegenstand, Anlagegut) genannt und werden in sogenannte Assetklassen eingeteilt. Wichtige Assetklassen sind z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Unternehmensbeteiligungen (Private Equity). Ob ein Anleger Assets einzeln (z.B. Aktien von bestimmten Unternehmen) oder in einem Fonds gebündelt kauft, soll für nachfolgende Betrachtungen keine Rolle spielen.

Über die Zeit betrachtet kann der Wert eines Assets höher oder niedriger als zum Zeitpunkt des Erwerbs sein. Das Verhältnis „heutiger Wert / Anschaffungswert -1“ wird als Rendite bezeichnet. Sie kann positiv (Gewinn) oder negativ (Verlust)  oder 0 sein und wird oft in Prozent ausgedrückt. Man kann die Rendite für beliebige Zeiträume berechnen (z.B. täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich, oder auch vom Erwerbs- bis zum Veräußerungszeitpunkt).

Über die Zeit betrachtet kann der Wert (Preis oder Kurs) eines Assets schwanken. Damit schwankt auch die Rendite. Für die durchschnittliche Schwankung der Renditen eines Wertpapieres über einen Zeitraum gibt es eine mathematische Berechnung (Standardabweichung der stetigen Renditen), die in der Finanzwissenschaft als Risiko bezeichnet wird. Das Risiko widerspiegelt die durchschnittliche Abweichung der Renditen von ihrem Mittelwert.

Ein rational handelnder Anleger wird bestrebt sein, mit seinen Anlagen (Investments) eine nach seinem Empfinden möglichst hohe Rendite ohne oder mit geringem Risiko zu erzielen. Ohne Risiko bedeutet, dass die zeitlichen Renditewerte (z.B. Tages-, Wochen, Monatsrenditen) über möglichst viele Perioden stets gleich bleibt. Die Lebenserfahrung aller Generationen zeigt, dass es keine Unternehmung, keine Investition gibt, die risikolos ist – so wie auch unser gesamtes Leben von den vielfältigsten Risiken und Ungewissheiten begleitet wird. Die Lebenserfahrung zeigt auch, dass die Erwartung einer Unternehmung (Investition) auf einen hohen Gewinn mit einem hohen Risiko verbunden ist, von den Ungewissheiten ganz zu schweigen. Dieser Widerspruch kann nicht aufgelöst werden, aber man kann berechenbare Kompromisse eingehen.

Risikoloser Zins und sichere Anlage

Erwirbt ein Anleger einen Schuldschein in Form einer Anleihe, erhält er nach der vereinbarten Laufzeit den Kaufpreis vom Schuldner zurück. Und weil der Anleger als Gläubiger für diese Laufzeit darauf verzichtet hat, dieses Geld für seinen Konsum zu verwenden, erhält er vom Schuldner eine Entschädigung (Prämie) in Form eines Zinses. Das Geld erhält der Gläubiger jedoch nur dann, wenn der Schuldner die Zahlungen (Zins und Tilgung) auch leisten kann und will. Der Gläubiger geht also ein gewisses Risiko ein, dass er durch Zahlungsunmöglichkeit (z.B. Insolvenz) oder –unwilligkeit (z.B. Rückzahlung von Schulden eines Staates) des Schuldners Geld verliert, was er sich durch eine Risikoprämie als weiteren Zinsbestandteil bezahlen lässt. Wenn sich z.B. ein alteingesessenes, hoch angesehenes Unternehmen Geld leiht, wird dieser Risikoaufschlag gering sein, weil die Gläubiger annehmen, dass das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen wird. Ein unbekanntes Startup-Unternehmen mit einer vielleicht guten, jedoch im Markt noch nicht  erprobten Geschäftsidee wird einen hohen Risikoaufschlag entrichten müssen, um Geld von Investoren zu erhalten.

Eine Anlage in ein Asset mit einem Risiko gleich oder nahe Null wird als „sichere Anlage“, der Anlagezins als „risikoloser Zins“  bezeichnet.

Anleihen z.B. der Bundesrepublik Deutschland waren und sind solche sichere Anlagen, wenn auch gegenwärtig mit einem geringen Zins. Es gibt auf dem Markt eine Menge solcher Anlagen, deren Kurse (aktuelle Preise) den Marktkräften unterworfen sind demzufolge natürlich auch schwanken und somit ein Risiko aufweisen. Wenn ein Anleger jedoch eine Vielzahl solcher Wertpapiere in seinem Portfolio hält, ist die Wahrscheinlichkeit einer negativen Rendite dieser Assetklasse über einen längeren Zeitraum (z.B. fünf Jahre) nahezu Null –  er wird mit großer Wahrscheinlichkeit kein Geld verlieren, aber ganz gewiss ist das natürlich nicht.

Anleger mit einer starken Risikoaversion werden eine solche Assetklasse (z.B. Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Staats- und Firmenanleihen mit besten Ratings, Immobilienfonds) in ihren Depots bevorzugen. Sie können mit einer relativ stetigen, aber im Vergleich zu anderen Assetklassen geringen Rendite rechnen.

Als Beispiel für eine sichere Anlage soll nachfolgender Performancechart (Ausschüttungen werden sofort wieder angelegt) eines Immobilienfonds dienen. Die durchschnittliche jährliche Rendite in diesem Zeitraum beträgt 2,99% p.a. bei einem Risiko von 0,41% p.a.:

Hausinvest

Riskante Anlagen

Riskante Anlagen sind z.B. Investitionen in Aktien, Rohstoffe, Fremdwährungen und Cryptogeld, Unternehmensbeteiligungen (Private Equities), unbesicherte Zertifkate, und natürlich alle möglichen Derivate von diesen Assets.

Eine Anlage, die keine sichere Anlage ist, wird als riskante Anlagen bezeichnet.

Anleger mit einer geringen Risikoaversion werden riskante Anlagen aufgrund der Möglichkeit einer höheren Rendite bevorzugen und nehmen das höhere Risiko notwendigerweise in Kauf. Durch eine geschickte, mathematische Operation kann man mehrere solcher riskanten Wertpapiere so kombinieren, dass das Risiko minimiert wird. Für diese bahnbrechende Arbeit aus dem Jahr 1952 ist Harry M. Markowitz 1990 mit dem Wirtschaftsnobelpreis (genauer: „Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft zur Erinnerung an Alfred Nobel“) ausgezeichnet worden. Dieses Verfahren wende ich übrigens zur Risikominimierung meiner Wikifolios auch an.

Der Mix ist der Burner

Man kann nun ein Portfolio aus diesen beiden Komponenten „sichere Anlage“ und „riskante Anlage“ bilden. Beide Komponenten können in beliebigen Anteilen im Portfolio enthalten sein, je nach Risikoaversion. Der Anteil der sicheren Anlage führt zu einer stetigen Rendite im Portfolio, vergleichbar mit einem zwar geringen, aber stetigen Geldfluss. Der Anteil der riskanten Anlage dagegen beinhaltet die Chance auf eine höhere Rendite des gesamten Portfolios.

Es fällt auf, dass viele große Vermögensverwalter (z.B. Universitäten Harvard, Yale, Chicago, Stanford, MIT, Staatlicher Pensionfonds des Königreichs Norwegen usw.) genau dieser Vermögensaufteilung folgen, wenn auch die Anteile unterschiedlich sind. Der riskante Anteil beträgt etwa zwischen 40% und 80%.

Nun erhebt sich die Frage, ob es eine optimale Aufteilung (Anteile) des Portfoliovermögens auf die beiden Komponenten sichere und riskante Anlage gibt.

Ja, und ich möchte Ihnen gern zeigen, wie das funktioniert.

Wir benötigen dank der Vorarbeiten der Finanzwissenschaftler hierfür nur drei Parameter: den risikolosen Zins der risikolosen Anlage, die Renditeerwartung und die Risikoerwartung der riskanten Anlage in ihrer Gesamtheit (es werden sich meistens mehrere Assets wie Aktien und Fonds im Depot befinden oder sollen aufgenommen werden).

Nehmen wir einmal an, anhand von Daten der letzten zwanzig Jahre ergäbe sich für eine sichere Anlage eine durchschnittliche Rendite von 4% p.a. und für eine riskante Anlage eine durchschnittliche Rendite von 7% p.a. bei einem durchschnittlichen Risiko von 15% p.a.

Bei einer Aufteilung der riskanten Anlage von 0% (d.h. das gesamte Portfoliovermögen wird in eine sichere Anlage investiert) bis hin zu 100% ergäbe sich folgendes Bild

Anteile

Die maximale Rendite  mit 5,07% p.a. liegt bei 66,66% riskanten Anteilen. Sie sinkt mit zunehmender Quote riskanter Anteile, weil das Risiko für das Gesamtportfolio zu stark steigt.
Für die Fachleute sei gesagt, dass hier die wahrscheinliche Rendite als Modalrendite berechnet wurde.
Bei anderen Parametern (risikoloser Zins, Rendite und Risiko der riskanten Anlage) ergeben sich andere Werte.

Wer noch ein wenig selbst probieren will, sei auf meine Website

http://www.mawero.de/index-Dateien/Investmentstruktur.htm

verwiesen. Bitte am Anfang Ihrer eigenen Berechnungen in das Feld „Anzahl der Jahre Ihres Investments (Anlagedauer)“ eine 1 für ein Jahr eingeben und den Wert im Feld „Wahrscheinliche Gesamtverzinsung nach der Anlagedauer“ ablesen.

Mawero_Investmentstruktur

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Experimentieren.

Aussichten

Es gibt derzeitig keine Anzeichen dafür, dass der aktuelle globale wirtschaftliche Aufschwung von einer Rezession abgelöst wird. Es darf zu Recht vermutet werden, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben werden. Grund hierfür wird in der niedrigen Inflationsrate gesehen. Diese Informationen sind „Streicheleinheiten“ für den Aktienmarkt, auch wenn es in der letzten Woche in Deutschland abwärts ging. Ich bin optimistisch gestimmt, was die weitere diesjährige Kursentwicklung der Aktien auf dem deutschen Markt betrifft.

Aktienanteil 100 – Alter? (Teil 2)

Für Ihre Lebensführung (laufende und Einmalausgaben) benötigen Sie Geld, das Sie vom Vermögen abzweigen müssen. Wieviel Sie hierfür benötigen, sollten Sie in einer Planung für die jeweils nächsten sieben bis zehn Jahre abschätzen und noch ein bisschen (vielleicht 20%) draufpacken, zur Sicherheit. Von diesem Betrag ziehen Sie den Deckungsbeitrag für das nächste Jahr ab und legen diesen entweder in jeweils 3-Monats-Festgeld (lohnt wegen der geringen Verzinsung kaum) an oder deponieren diesen Betrag auf Ihrem Giro- oder Tagesgeldkonto. Dieser Teil soll „Kurzfristige Anlage“ genannt werden. Der verbleibende Betrag für die Lebensführung soll „Mittelfristige Anlage“ und der restliche Teil „Langfristige Anlage“ genannt werden.
Der verfügbare Betrag der „Mittelfristigen Anlage“ würde ich an Ihrer Stelle „sicher“ anlegen. „Sicher“ bedeutet, dass auf Sicht von etwa zwei bis fünf Jahren kein Wertverlust vermutet wird. Grundlage für diese Schätzung sind die Daten der Vergangenheit und die persönliche Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung der Volkswirtschaften, Märkte und Assetklassen (Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe, Währungen, Technologien usw.). Die „sichere“ Anlage kann je nach gusto Tagesgeld oder ein ETF mit Staats- oder Unternehmensanleihen oder ein offener Immobilienfonds (natürlich als ETF) mit Schwerpunkt Europa sein. Wer das Risiko der Wechselkurse minimieren möchte, sollte sich Renten- / Immobilienfonds mit Schwerpunkt Euroraum ansehen oder noch eingeschränkter mit Schwerpunkt Deutschland. Um das Risiko dieser „Mittelfristigen Anlage“ weiter zu reduzieren, kann man mehrere Renten- und Immobilienfonds der verschiedenen Klassen kaufen, am einfachsten zu gleichen Teilen dieser Anlage.
Der Rest des Vermögens ist frei, das heißt nach aktueller Planung wird es in den nächsten mindestens sieben bis zehn Jahren nicht benötigt. Dieser Teil des Vermögens soll „Langfristige Anlage“ genannt werden.
Planen Sie, Ihren Lebensabend in einem Euroland zu verbringen, würde ich die „Langfristige Anlage“ nur in einen solchen ETF-Indexfonds anlegen, der Wertpapiere von Unternehmen im Euroland beinhaltet. Dadurch werden Wechselkursrisiken minimiert. Ganz auszuschließen sind Wechselkurrisiken in unseren global vernetzten Volkswirtschaften nicht, weil auch die Unternehmen in Fremdwährungen fakturieren und damit diese Risiken implizit in den Wertpapieren mit enthalten sind.

 Diese Betrachtungen sollten jährlich wiederholt und die Investmentstruktur der Lebensplanung und dem Gewinn / Verlust der jeweiligen Anlage entsprechend angepasst werden.

Gibt es eigentlich eine objektive Quote von riskanten und sicheren Anlagen in einem Depot? Und wenn ja, wie hängen beide Komponenten zusammen? Kann man diese Quote berechnen und wenn ja, wie? Gibt es dafür eine Website? Dazu mehr in einem der folgenden Blogs mit dem Stichwort „Vermögensstruktur“.

Aktienanteil 100 – Alter? (Teil 1)

In den Empfehlungen der Finanzberater geistert immer mal wieder die Empfehlung, dass die Aktienquote in % der Gesamtanlage altersabhängig etwa 100 – Alter betragen soll. Begründet wird die Formel mit der Restlebenszeit und den mitunter sehr hohen Schwankungen der Aktienkurse sowie der daraus folgenden, im Hinblick auf Entnahmen unerwünschten Volatilität des Depotwertes.
In jungen Jahren soll Vermögen aufgebaut, im fortgeschrittenen Alter vorhandenes Vermögen konsumiert (Beitrag zur Lebensführung) werden. Dieser Gedankengang entspricht der Lebenserfahrung für Durchschnittsverdiener und ist völlig richtig. Für richtig Reiche gelten andere Prämissen.
Ein junger Mensch wird Vermögen für Familie, Anschaffungen und Annehmlichkeiten des Lebens aufbauen und nicht nur, aber auch für den Lebensabend sparen. Es sei denn, sein Arbeitseinkommen ist so gering, dass es gerade so zum Leben reicht. In diesem Fall werden wohl viele Menschen darauf vertrauen, dass die Gesellschaft, vertreten durch den Staat, für sie im Alter sorgt. Wie die Grundsicherung jedoch in einigen Jahrzehnten aussehen wird, weiß heute niemand.
Gehen wir also davon aus, dass mit dem Eintritt in den Ruhestand Vermögen aufgebaut wurde, das nun im weiteren Leben verzehrt werden kann. Man sollte hierbei nicht nur an Champagner, Caviar und Weltreisen in Luxushotels denken, sondern auch an den Beitrag zur Miete, Gesundheit, Beförderung (Taxi statt eigenem Auto), zum altersgerechten Wohnen (ggf. auch im Alters- oder auch Pflegeheim, was bei entsprechendem Service recht teuer werden kann) u.v.m.. Was die Zukunft bringt, weiß man im Vorhinein nicht – man muss auch nicht mit dem Schlimmsten rechnen und darf gern optimistisch bleiben. Aber für die Wechselfälle des Lebens finanziell gewappnet zu sein, gibt Sicherheit und ist eine gute Grundlage für eine lebensbejahende Grundeinstellung.

Was also ist zu tun? Zunächst einmal wäre abzuschätzen, mit welcher Lebenserwartung man rechnen kann. Es ist ein Unterschied, ob das Vermögen fünfzehn oder vierzig Jahre reichen muss. Die Statistiken der Lebensversicherer, die auf den Lebensläufen von Millionen Menschen basieren, nützen dem Einzelnen relativ wenig. Besser wäre es meiner Meinung nach, die Lebensläufe der engeren Verwandtschaft und die eigene Vergangenheit in puncto gesunder Lebensführung, erfahrenen Krankheiten und Entwicklung des körperlichen und geistigen Gesundheitszustandes zu betrachten und die persönliche Lebenserwartung in Jahren abzuschätzen.

Weiterhin sollte man seine jährlichen Einnahmen und Ausgaben abschätzen können, vor allem die sogenannten Einmalereignisse (große Hochzeit des einzigen Kindes, Weltreise, Wohnungs-/ Haus- /Autokauf usw.). Lottogewinne und Erbschaften würde ich erst bei Eingang auf mein Konto berücksichtigen.
Die Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben sind durch die Vermögensentnahme (Konsumption) zu decken. Ziel ist die Vermögensmaximierung auch in der Konsumptionsphase. Das kann durch eine kluge Investmentstrategie der Vermögensanteile erreicht werden.

Hierzu ist eine kleine Vorbetrachtung notwendig:Wir sehen uns mal die Kursentwicklung der Aktienmärkte in den letzten Jahrzehnten an. In den schlimmsten Zeiten („Internetblase“) hat z.B. der DAX in der Spitze mit 8067 Punkten am 07.03.2000 bis zum 12.03.2003 mit 2003 Punkten 75% verloren hat. Wenn Sie jedoch tatsächlich zum ungünstigsten Kaufzeitpunkt am 07.03.2000 einen Fonds auf den DAX gekauft hätten, hätten Sie (ohne Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Depotführung, Fondsverwaltungsgebühren etc.) mit Stand von 8067 Punkten am 03.07.2007, also in rund sieben Jahren, kein Vermögen verloren. Danach ging es zwar gleich wieder bis auf 3666 Punkte am 06.03.2009 runter („Finanz- und Wirtschaftskrise“), um am 03.05.2013 in etwa den Einstandswert von 8122 Punkten wieder zu erreichen. Das waren aber nun wirklich die schlechtesten aller Zeiten in den letzten zwanzig Jahren, die jedoch leider immer wieder kommen können. Per heute mit 12203 Punkten hätten Sie einen Gewinn von immerhin noch 51% erzielt, oder 2,4% p.a.
Was bedeutet das für Ihre Investmentstruktur und für Ihren Anlagehorizont? Das möchte ich Ihnen im Teil 2 darstellen.

Vollbeschäftigung und keine Lohnerhöhungen

In den USA beträgt nach Schätzung des FOMC (das Federal Open Market Committee entscheidet u.a. über den US-Leitzins) die Arbeitslosenquote im 4. Quartal 2017 ca. 4,3% – das bedeutet nach allgemeiner Auffassung der Volkswirte Vollbeschäftigung. Bei Verknappung der Arbeitskräfte und gleichbleibend guter oder noch besserer  Auftragslage und dem entsprechend stärkerer Nachfrage nach Arbeitskräften sollten die Preise (Lohn, Gehalt, Zusatzleistungen des Arbeitgebers) für die Arbeitskräfte steigen, was jedoch in den USA überraschender Weise nicht der Fall ist. Ursache sind die globalisierten großen Volkswirtschaften mit der Flexibilität der Arbeitsverlagerung an kostengünstige Orte bzw. der verstärkte Import von Waren (Fertig- und Halbfertigprodukten, Zulieferungen usw.) und Dienstleistungen, was wiederum auch vom jeweiligen Wechselkurs abhängt.
Bei uns beschert der steigende Euro den exportorientierten EU-Unternehmen bei gleichbleibendem Umsatz in US-Dollar zwar weniger Gewinn in Euro, verbilligt aber auch auf der anderen Seite den Einkauf – auch von ausländischen Arbeitskräften (sofern sie denn die Anforderungen erfüllen). Werden diese in Euro bezahlt, können sie mehr US-Dollars nach Hause überweisen oder aber ihre Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt verbessern, indem sie bei Lohn-/ Gehaltsforderungen ein wenig Zurückhaltung üben. Dadurch wird wiederum aus wirtschaftlicher Sicht Druck auf die einheimischen Arbeitnehmer ausgeübt.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg und Glück bei Ihrem nächsten Personalgespräch, wenn es um Lohn- / Gehaltserhöhungen geht – zunächst aber einen entspannten und erholsamen Urlaub.