Optimales Portfolio aus Bitcoin und Ether

Heute entscheidet sich, ob es zwei verschiedene Bitcoin-Währungen geben wird (Bitcoin und BitcoinCash). Über die Gründe möchte ich mich in diesem Blog nicht auslassen, darüber gibt es in vielen Foren genug Informationen.
Ich will kurz darstellen, wie man ein Investment in Bitcoin BTC im Vergleich zu Ether ETH gestalten kann.

Seit 01.03.2016 erfasse ich von diesen beiden Cryptowährungen die täglichen mittleren Schlusskurse verschiedener Börsen (www.coingecko.com).
Im o.a. Zeitraum betrugen die jeweiligen Tiefst- und Höchstkurse:

in € BTC ETH
Tiefstkurs 360,13 6,33
Höchstkurs 2692,00 352,89
31.07.2017 2338,58 167,83

Die stetigen Renditen der jeweiligen Zeitreihen sind die Basis für die Berechnung eines varianzminimalen Portfolios mit diesen beiden Währungen. Dieses Portfolio weist aus, in welchem Verhältnis ein Investment auf diese beiden Währungen so aufzuteilen ist, damit das Gesamtrisiko minimal ist. Es ist gegenüber z.B. dem DAX in diesem Zeitraum extrem hoch, aber auch die Renditeerwartung ist entsprechend hoch. Demgegenüber steht immer auch eine entsprechend hohe Verlustmöglichkeit. Gewinnerwartung und Verlustmöglichkeit sind halt die beiden Seiten einer Medaille. Für die beiden Währungen ergeben sich folgende jährliche Kennzahlen:

  BTC ETH
Rendite p.a. 264% 910%
Risiko p.a. 66% 132%
Modus p.a. 136% 78%

Ethereum hat zwar eine bedeutend höhere Gewinnerwartung, aber eben auch ein bedeutend höheres Verlustrisiko. Der Modus (Modalrendite) ist die wahrscheinliche Rendite, die man unter Beachtung des Erwartungswertes und des Risikos erzielen kann.

Das varianzminimale Portfolio stellt sich nun wie folgt dar:

Anteile BTC 88%
Anteile ETH 12%
Rendite p.a. 162%
Risiko p.a. 53%
Modus p.a. 97%

Aufgrund der nach wie vor sehr hohen Volatilität empfiehlt es sich, ein solches Portfolio in gewissen Zeitabständen (z.B. aller drei Monate) erneut zu justieren. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang Rebalancierung. Hierzu ist mit den dann aktuellen, weil erweiterten Zeitreihen erneut das varianzminimale Portfolio zu berechnen und die entsprechenden Anteile anzupassen.
Ob sich allerdings die Hoffnungen auf einen hohen Gewinn erfüllen steht in den Sternen. Investoren sind gut beraten, entweder die Finger ganz von solchen riskanten Investments zu lassen oder nur Kapital zu investieren, dessen Totalverlust sie verkraften können.

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Einstieg – wann kaufen?

Wann ist der richtige Moment, um Wertpapiere zu kaufen? Man weiß es nicht – es gibt keine mathematisch gesicherten Methoden für die Bestimmung des „besten“ Zeitpunktes. Will man überhaupt von einem „besten“ Zeitpunkt sprechen, muss  vorher der Zeithorizont (Anlagedauer) festgelegt werden. In diesem Zeitraum dürfte es keinen niedrigeren Preis für das betrachtete Wertpapier geben, sonst wäre ja der Kaufzeitpunkt nicht der „beste“ gewesen. Nur die Wahrscheinlichkeit dafür , dass der Preis am Ende des Zeitraumes – sofern er lang genug ist, und wir sprechen hier von Jahren – höher ist als zum Zeitpunkt des Kaufes, ist anhand finanzmathematischer Modelle berechenbar.
Soll man jetzt vielleicht Aktien deutscher Unternehmen kaufen, wo doch der DAX wegen des starken Euros bei gleichzeitig robuster Wirtschaft Deutschlands gefallen ist?
So lange man annimmt, dass der Euro zum US-Dollar immer stärker wird, würde ich warten. Wann aber fällt er wieder? Und in welchem Maße? In welchem Betrachtungszeitraum?
Sofern Geld für ein langfristiges Investment in der Familienkasse vorhanden ist und familiäres Einverständnis besteht würde ich einen Rückgang des Euros zum US-Dollar von drei bis fünf Prozent (je nach Risikoneigung) von der jetzigen bzw. zukünftigen Spitze abwarten, und dann halt einsteigen. Wie sich der Euro und die deutsche Wirtschaft dann weiterentwickeln, wird die in der Zukunft zu betrachtende Vergangenheit zeigen. Oder einfacher gesagt: Schauen wir dann mal.

ifo Geschäftsklimaindex

Der ifo-Geschäftsklimaindex hat heute entgegen den Erwartungen auf 116,0 Punkte (Vormonat saisonbereinigt 115,2) zugelegt.
Dieser Index wird international stark beachtet. Ihm wird ein hoher Prognosewert zugesprochen, jedoch „nur“ für das deutsche Bruttoinlandsprodukt, nicht für die Renditeentwicklung von Aktien. Der Prognosewert ergibt sich aus der Befragung von ca. 7000 deutschen Unternehmen zu deren zukünftigen Erwartungen. Die Daten werden anschließend noch mathematisch bearbeitet, um die Aussagekraft statistisch zu verbessern.
Dass die deutschen Aktienbarometer mit dem ifo-Geschäftsklimaindex nicht ganz synchron laufen hat eine Ursache in dem starken Euro im Verhältnis zum US-Dollar, wodurch der Gewinn deutscher Unternehmen kurzfristig negativ beeinflusst wird, was wiederum bei angenommenem gleichbleibendem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf den Kurs drückt. „Kurzfristig“ deshalb, weil sich das Währungsverhältnis schlecht prognostizieren lässt.

Zinsschock und Folgen

„Sobald die Europäische Zentralbank weniger Anleihen kauft, drohen
Turbulenzen an den Finanzmärkten.“ (Thomas Mayer)
Es sei auf den sehr interessanten Artikel vom ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Prof. Thomas Mayer, in der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 23.07.2017 S. 36 „Achtung, Zinsschock“ verwiesen.

Starker Euro und DAX

Kürzlich wurde ich gefragt, wieso ein starker Euro € im Verhältnis zum US-Dollar $ schlecht für die deutsche (Export-)Wirtschaft ist.
Dazu ein stark vereinfachtes Beispiel:
Angenommen, eine Firma produziert eine Ware in Deutschland mit Kosten (Arbeitskräfte, Material, Maschinen, Hilfsmittel, Kreditzinsen usw.) in €, sagen wir für 900.000€, und verkauft diese Ware für 1.000.000$, die er z.B. im Verhältnis 1:1 gegen € tauscht, um seine Kosten zu decken. Er bekommt also 1.000.000 €, und hat demzufolge einen Gewinn = Umsatz – Kosten von 100.000 €. Was er damit macht und wieviel Kapitalertrags- oder Einkommenssteuer er davon bezahlen muss, soll hier nicht interessieren.
Nun wird der € stärker und er steigt in ein paar Monaten angenommen um 7% auf Euro/Dollar=1,07 oder 1€ = 1,0 $ oder  $ = 1€ / 1,07 = 0,935€. Der Verkaufspreis für seine Ware ist dem Wettbewerb ausgesetzt, er kann ihn nicht einfach höher setzen. Somit bleibt der Verkaufspreis unverändert bei 1.000.000 $. Die Firma muss aber weiterhin die Dollar gegen Euro tauschen (um die Kosten in Euro zu bezahlen) und erhält aufgrund des gestiegenen Euros nur noch 935.000 €. Der Gewinn reduziert sich von vormals 100.000€ auf nunmehr 35.000€. Das ist ein Rückgang von 65%.
An der Börse wird der zukünftige Gewinn gehandelt. Wenn die Gewinnerwartung stark sinkt, muss zwangsläufig auch der Unternehmenswert fallen, mithin der Preis für eine Aktie und somit auch die großen deutschen Kapitalmarktindizes DAX, MDAX usw., weil die deutschen Unternehmen viel ins Ausland exportieren (natürlich nicht alles gegen $, und viel wird auch für $ eingekauft, so dass sich manche Rechnungen teilweise ausgleichen).
Es sein hier nur der Vollständigkeit halber vermerkt, dass sich eine Firma gegen Währungsschwankungen in beide Richtungen absichern kann (Hedging), was jedoch natürlich mit Kosten verbunden ist und den Gewinn schmälert, aber eben auch das Risiko des Verlustes durch Währungsschwankungen verringert.
Ein Grund, dass deutsche Firmen im Ausland für eben diesen Markt dort produzieren besteht u.a. darin, dass die Kosten in dieser Währung anfallen. Nur der bilanzierungspflichtige Gewinn unterliegt dem Währungsrisiko, aber hier will ich mit den einfachen Betrachtungen aufhören und Ihnen und mir ein angenehmes Wochenende gönnen.

Bitcoin good news

Die überwiegende Mehrheit der Bitcoin Miner hat sich einem Vorschlag angeschlossen, der eine Spaltung des Bitcoins (so ähnlich wie beim Ether) – Hard Fork genannt – weniger wahrscheinlich macht. Weniger wahrscheinlich bedeutet, dass sich die Miner an ihre Zusage auch halten müssen und die Implementierung sowie der Rollout des Updates der Mining Software nach einer kurzen Phase des Feldtests reibungslos verlaufen.
Somit können die Bitcoin-Besitzer erst mal aufatmen. Sehen kann man die positive Bewertung der Nachricht durch den Markt am Bitcoin-Kurs.

Draghi’s Worte

Draghi hat gestern verlauten lassen, dass er die Reaktion des Marktes auf seine Rede Ende Juni in Sintra (nicht mehr ganz so lockere Geldpolitik) für „… nicht unangemessen…“ hält. Damit wächst die Meinung, dass er Ende September eine schrittweise Verringerung des Umfangs der Anleihekäufe in Aussicht stellen könnte. Wenn dem so wäre, könnten diese Ankündigungen dann Anfang 2018 umgesetzt werden.
Um es deutlich zu sagen: Die EZB wird weiterhin Anleihen kaufen, also Geld drucken, aber nicht mehr in dem Umfang wie bisher.
Das QE-Programm könnte dann im 4. Quartal 2018 auslaufen, so dass ich frühestens ab     1. Quartal 2019 mit einer Zinserhöhung rechne.